Zukunftsprojekt in Nauen: Zwei Rechenzentren mit Milliardeninvestitionen

27.​04.​2026

Am östlichen Ortseingang von Nauen entsteht derzeit ein großes Rechenzentrum. Neben dem bereits im Bau befindlichen Projekt der Firma Maincubes ist nun ein zweites Rechenzentrum in Planung. Der Projektentwickler AM:PM Grund Alpha GmbH hat dafür ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Auf der zusätzlichen, rund elf Hektar großen Fläche könnten bis zu vier weitere Datenhallen sowie ein Umspannwerk gebaut werden.

 

Eigentlich sollte auf dem Gelände ein klassisches Gewerbegebiet entstehen. Doch die Nähe zum bestehenden Rechenzentrum brachte erhebliche Einschränkungen mit sich – etwa bei Verkehr, Erschütterungen und Sicherheitsauflagen. Auch mögliche Lärmbelastungen und die angekündigte Schließung des BSH-Werks in Nauen, die bis 2027 weitere Gewerbeflächen freisetzen könnte, machten eine alternative Nutzung notwendig.

 

Angesichts dieser Herausforderungen und des weiteren Flächenbedarfs von Maincubes entschied sich der Entwickler für eine vollständige Umwidmung in ein Rechenzentrumsareal. Konkrete Vorverträge gibt es zwar noch nicht, doch die Nachfrage nach solchen Flächen ist vorhanden. Der Bau des zweiten Projekts hängt jedoch entscheidend von der Stromversorgung ab, die voraussichtlich erst nach 2030 sichergestellt sein wird.

 

Derweil läuft der Bau des ersten Rechenzentrums auf Hochtouren: Das Umspannwerk wird gerade errichtet, die erste Datenhalle soll im Herbst dieses Jahres beginnen und Ende 2027 fertiggestellt werden. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 vorgesehen. Die geplante Anschlussleistung beträgt rund 200 Megawatt für das erste und etwa 150 Megawatt für das zweite Rechenzentrum.

Als Ausgleich für die Versiegelung der Flächen ist unter anderem die Renaturierung einer ehemaligen Industriebrache vorgesehen. Die Entwicklung zeigt: Nauen und die Region Havelland werden zunehmend zu einem Standort für große Rechenzentren.

 

Bild zur Meldung: © maincubes